Digger Barnes in der Schwankhalle

Digger Barnes' Zuhause sind die Straßen, der Musiker braucht den gepackten Rucksack und das Fernweh in der Nase. Seit 20 Jahren ist er unterwegs. Nach Bremen kommt er jedoch immer wieder. Es scheint, als hätte der Hamburger mit dem texanischen Akzent auf den Lippen und dem Trucker-Outfit Gefallen an der Weser-Stadt gefunden – oder vielleicht sogar ein Zuhause? „Die Atmosphäre in Bremen ist sehr entspannt, das ist in Hamburg ganz anders. Hier ist es möglich, auf der Rolltreppe zu stehen oder an der Kasse zu schnacken“, sagt Digger Barnes alias Kay Buchheim und erinnert sich an kleine Auszeiten: schöne Sonnenaufgänge, die er vom Schrebergarten auf dem Stadtwerder beobachtet hat.



Zeit sollten sich auch seine Fans nehmen. In der Schwankhalle ist er in den kommenden Wochen in gleich vier unterschiedlichen Formaten zu sehen. Wenn er mit seinem Kollegen, dem Videokünstler Pencil Quincy, „The Diamond Road Show“ (Freitag und Samstag, 24. und 25. Oktober) in der Schwankhalle aufführt und Country-Americana zu den Videoinstallationen spielt, dann fühlt sich das Publikum wie in einem Roadmovie irgendwo zwischen Montana und Wyoming. In jedem Fall aber weit weg vom deutschen Großstadtstress.



Als Komponist hat er die Lieder für die Theaterstücke „Monarch“ (Mittwoch, Donnerstag und Freitag; 15., 16. und 17. Oktober) und „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ (Samstag und Sonntag, 18. und 19. Oktober) geschrieben. In der Rolle des Digger Barnes ist er dann als Bühnenmusiker zu sehen. „Ich habe vorher noch nie Songs für ein Theaterstück geschrieben. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, sehr viel auszuprobieren und die Stimmung des Stücks zu verstärken“, sagt Buchheim.



Im November bekommt Heimeligkeit einen neuen Stellenwert in Digger Barnes' Leben. Als Geschichtensammler „on the road“ legt er mit seinem Kollegen, Pencil Quincy, einen erneuten Stop in der Schwankhalle ein. „Wir möchten verschiedene Künstler, die wir auf unseren Reisen getroffen haben, für eine Nacht in unserem Bühnenmotel willkommen heißen“, erklärt Buchheim das Konzept des neuen Formates „Diamond Motel“, das Freitag und Samstag, 28. und 29. November, gezeigt wird. Das Duo empfängt als ersten Gast den Schriftsteller Franz Dobler. Während Digger Barnes auf Banjo und Gitarre spielt und Pencil Quincy Videos über die Wände huschen lässt, gibt Dobler einen Querschnitt seines Schaffens preis – vom Gedicht bis zum Romanausschnitt ist alles dabei. Das große Thema ist nach wie vor das Unterwegssein. Der Geruch nach Fernweh ist also garantiert.

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