›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹

Installation von Susann Maria Hempel
Ausstellungseröffnung am 24. Sep
19:00 Uhr Performance von Maren Strack ‹Reservereifen›
19:30 Eröffnungsrede von Ingmar Lähnemann (Kurator Städtische Galerie Bremen)
20:30 Uhr Performance von Maren Strack ‹YTONG›
Im Anschluß Eröffnungsparty mit Pinky Rose
Die Ausstellung ist geöffnet vom 24. bis 28. Sep 16:00 - 22:00 Uhr in der Schwankhalle

Susann Maria Hempel gewann im Jahr 2012 den Bremer Autoren- und Produzentenpreis für ihr installatives Filmprojekt „RETTET DEN MÜLL! Oder: Von der Unmöglichkeit, Abfall zu archivieren“ (AT). Sie wird derzeit als ein Star der Kunstszene gefeiert /// Ihre Film-Installation „WIE DAS MEER NACH HAUSE KAM oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln.“ wird ab Mittwoch, 24. September, (19:30 Uhr), täglich in der Schwankhalle zu sehen sein. Hempel hegt eine Leidenschaft für Reste, Kaputtes und "das Übrige". Im ersten Moment wirken die daraus hervorgehenden Ansammlungen wie das Werk eines Messies. Wer genauer hinsieht, wird liebevoll geordnete Kategorien finden.

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Termine & Tickets

24.09.2014 | 19:30
›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹
Ausstellungseröffnung | Autoren- und Produzentenpreis 2012 | Eintritt frei!
Schwankhalle

25.09.2014 | 16:00
›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹
Ausstellung geöffnet 16 - 22 Uhr | Eintritt frei!
Schwankhalle

26.09.2014 | 16:00
›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹
Ausstellung geöffnet 16 - 22 Uhr | Eintritt frei!
Schwankhalle

27.09.2014 | 16:00
›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹
Ausstellung geöffnet 16 - 22 Uhr | Eintritt frei!
Schwankhalle

28.09.2014 | 16:00
›Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln‹
Ausstellung geöffnet 16 - 22 Uhr | Eintritt frei!
Schwankhalle

↓ Programm

Termine/ Credits

Mi 24.09.2014 | 19:30 Uhr | Ausstellungseröffnung 
| Geöffnet von Do 25. bis So 28.09.2014 | jeweils 16 bis 22 Uhr
‹Wie das Meer nach Hause kam oder Das Rumoren der Archive Reloaded: Magenrumpeln› 
Susann Maria Hempel
Autoren- und Produzentenpreis 2012

Alle Autorenpreis- Produktionen im September 2014 in der Schwankhalle:

Mi 24.09.2014 | 19:00 Uhr + 20:30 Uhr | Schwankhalle
‹Reservereifen› + ‹Ytong›Maren Strack
Zwei Performances der Autorenpreisträgerin 2004

Do 25. + Fr 26.09.2014 | 20:00 Uhr | Uraufführung
‹UNTERGRUND› internil

Gewinner des Bremer Autoren- und Produzentenpreis 2013

Sa 27.09.2014 | 20:00 Uhr
‹Preenacting Europe› Interrobang
Autoren- und Produzentenpreisträger 2008

Über das Konzept:

Mit bemerkenswerter Souveränität und Eleganz und subtilem Humor gelingen den künstlerischen Unternehmungen von Susann Maria Hempel regelmäßig Brückenschläge zwischen erstens energischen Untersuchungen ihres unmittelbaren Materials – meistens Film –, zweitens ihren sorgfältig wie originell ausgewählten Hauptdarstellern – von Gebäuden über Fliegen bis hin zu abgeliebten und abgenutzten Gegenständen – bis zu philosophischen und (film)geschichtlichen Modellen.
Dass Hempel sich in einer Zeit, da Müllsammeln zum Event und Recycling zur Doktrin erhoben wird, ganz anders auf Nachgelassenes und Weggeworfenes konzentriert, zeigt ihre Fähigkeit, gerade im Alltäglichsten einen geeigneten Zugangspunkt zu den Strukturen zu suchen (und zu finden), die die Welt und die Gegenwart in denen wir leben ausmachen.
Die filmgestützte Rechercheanstrengung „RETTET DEN MÜLL!“ ist dabei ironisch zu verstehen und bleibt zugleich eine hochernste Angelegenheit. Hempels ästhetisch auskomponiertes Verständnis von Nachlassverwaltung und „Waste Management“ reicht nah heran an den unmittelbaren Lebensraum ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer – nämlich an jene Grenze von privat und öffentlich, die Hausmülltonne und Altpapierstapel (stets auch) darstellen.
Für „RETTET DEN MÜLL!“ hat Hempel ein filigranes wie überzeugendes Konzept zur künstlerischen Auseinandersetzung nicht nur mit dem Müll an und für sich, mit seinen gesellschaftlichen und privaten Bedeutungsräumen vorgelegt, sondern eine Struktur für ein produktives Nachdenken über Konzepte von Zeit und Erinnerung. Die zauberhaft simple und zugleich gedankentiefe Grundüberlegung, von der Stadt, in der sie an diesem Projekt arbeitet, Müll zu leihen, enthält in nuce die lustvolle formale und inhaltliche Stringenz, mit der Hempel zu Werke geht.
Einmal mehr arbeitet die Künstlerin mit einer Art dramaturgischer Doppelverstrebung, die Spielszenen (in der genremäßigen Zurichtung einer Mokumentary) mit unmittelbarer Materialarbeit verbindet. In einem überzeugenden Verfahren des Eingriffs in papierenes, fotografisches und filmisches  Material beleuchtet Hempel mikroskopisch Vorgänge der Belichtung, des Zersetzens, Dokumentierens und Kopierens – und speist so die einzelnen Etappen ihren eigenen künstlerischen Produktion wieder ein in die Prozesse, denen sie sich inhaltlich widmet.
Nicht zuletzt finden sich in Hempels Exposé zu „RETTET DEN MÜLL!“ Sätze, die ihren eigensinnigen und beharrlichen Zugriff auf das ins Auge gefasste  Material ebenso poetisch vorzeichnen – und dabei die eigene Themenstellung zuspitzen: „Müll-Museen, eingerichtet vielleicht von den Planierraupenfahrern der Halden, die der melancholischen Versuchung nicht widerstehen konnten, sich als Retter der abgefallenen Dinge hervorzutun und einer Verschiebung des Werts auf die Sprünge zu helfen, der sich nicht an einer möglichen, andersartigen Verwertung maß, sondern gerade in den Spuren des Gebrauchs lag, denen also Gedächtnisorte des Abgenutzten, des „Abgeliebten“, des Abgetragenen, etc. einge richtet wurden.“
Melancholische Versuchungen und materialistische Verfahrensweisen verbinden sich in dieser Unternehmung Susann Maria Hempels zu einem hochdifferenzierten Ganzen, das schließlich mit dem charmanten Gedanken an die eigene Vergänglichkeit spielt.

Susann Maria Hempel wurde 1983 in Greiz (Thüringen) geboren und studierte Mediengestaltung mit dem Schwerpunkt Kurz- und Experimentalfilm an der Bauhaus-Universität Weimar. 1999 bis 2009 war sie als Musikerin, Darstellerin und künstlerische Mitarbeiterin beim Performance- und Künstler-Kollektiv „Theaterhaus Weimar“ tätig. Es entstanden zahlreiche Bühnen-, Hörspiel- und Filmmusiken. 2006 bis 2011 war sie am Bandprojekt „Hempel & Sauter“ beteiligt. Seit 2006 entstanden diverse Kurz-, Experimental- und Essayfilme. Zuletzt „Die Fliegen“ (2010, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis des IKFF Hamburg). Die derzeit laufende Arbeit an dem Experimentalfilm „Die Zeit, die bleibt“ anlässlich des Abrisses des Greizer Theaters wurde mit dem 20. Bremer Videokunstförderpreis ausgezeichnet.

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Tel. 0421 520 80 70
(Mo-Fr. 10 - 15 Uhr oder AB)
Reservierung für Rollstuhlfahrerplätze empfohlen