Angulus Durus - von Germar Grimsen und Sven Regener

URAUFFÜHRUNG

letzte Spieltermine am Fr, 13., Sa, 14., So 15. Juni

Vor acht Jahren schrieben Sven Regener (›Herr Lehmann‹) und Germar Grimsen ein abgedrehtes Drehbuch namens ›Angulus Durus – Traum eines lächerlichen Menschen: Ein Katastrophenfilm‹. Die Geschichte, auch mit Bezügen zu Dostojewskis ›Traum eines lächerlichen Menschen‹  ist in Huchting, im »mittelmäßigsten aller Bremer Stadtteile« verortet. Der »unverfilmbare Katastrophenfilm« feiert am 21. Mai in der Schwankhalle als Theaterstück Uraufführung.

Die Regisseurin Kristina Brons im Interview mit der Nordseezeitung >

»Was wollen wir? - Nichts. Reden.«
70er Jahre, Westdeutschland, eine Neue-Heimat-Siedlung, ein Baggersee und ein Einkaufszentrum. Und ein Straßenbahnfahrer und Vater, wie man ihn sich selbst gewünscht hätte, einer mit ausgezeichneten Kenntnissen in Sachen Ökonomie und Antike, einer, der auch noch seinen Sohn erzieht. Ehe, Beruf und geschichtsphilosophische Rätsel - an allem arbeitet der Vater siegreich sich ab: Allein an seinem Sohn scheitert er, denn der Sohn ist einer von uns und verkörpert vollendet die Lächerlichkeit aller Sehnsüchte. Die Karriere eines Ungeduldigen, eines internationalen Kämpfers, Kameradenschweins, All-Versöhners und Verliebten beginnt und wird für die Haustiere, Eltern, ermittelnden Beamten, ausgebildeten Psychologen und die, die sich gefallen lassen müssen, dass er sie seine Freunde nennt, zu einem klebrigen Alptraum - bis er, gestählt durch eine harte sprachphilosophische Schule, zu einer Wahrheit jenseits des Schwarzfahrens findet: Eckhart, Angulus Durus. In Standbildern und Dialogen, von dogmatischen Fotografien begleitet, verfolgen Germar Grimsen und Sven Regener die Lebensstationen des armen Eckhart zwischen Huchting, Roland-Center und Sodenmattsee. Ein Buch voller toter Tiere, erlesener Katastrophen und schrecklicher Aromen.

›Dostojewski im Rohland- Center‹ Hendrik Werner im Weser-Kurier am 17.05.2014

›Der Ritter von der tragikomischen‹ Besprechung von Hendrik Werner im Weser-Kurier am 23.05.2014

Angulusdurus poster web

Termine & Tickets

15.05.2014 | 20:30
Angulus Durus
Öffentliche Probe | Eintritt frei!

21.05.2014 | 20:30
Angulus Durus
Ausverkauft | Nur noch Restkarten an der Abendkasse
Uraufführung | Premiere

23.05.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
Angulus Durus
Uraufführung

24.05.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
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Uraufführung

25.05.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
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Uraufführung

05.06.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
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06.06.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
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07.06.2014 | 20:30 | Ticket kaufen »
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Uraufführung

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Angulus Durus
Uraufführung

↓ Programm

Mitwirkende

»ANGULUS DURUS« von Germar Grimsen und Sven Regener
Theateruraufführung
SchauspielerInnen (auf der Bühne): Mateng Pollkläsener, Vivien Bullert, Nicole Erichsen, Günther Sturmlechner
Regie: Kristina Brons
SchauspielerInnen im Video: Jochen Klüßendorf, Janine Claßen, Stephan Möller-Titel, Kay Buchheim, Gürcan Altun, Jonte von Döllen, Peer Gahmert Musik (Komposition & Umsetzung): The Spaghetti Wings: Karsten Genz, Daniel Freieck | Visuals (Idee und Konzeption): Lukas Zerbst | Visuals (Realisierung): Lukas Zerbst, Thomas Virnich | Produktionstechnik: Florian Sommer | Licht Design: Heiko Windrath | Regie-Assistenz: Anna Bartholdy | Hospitanz: Thomas Virnich | Produktionsleitung: Julia Klinkert | Bühnenbild: Gunar Meinhold, Anna Bartholdy | Danke an Eva- Maria Oelker, Jonte von Döllen

Öffentliche Probe am Do, 15. Mai
PREMIERE am Mi, 21. Mai 2014 I 20:30 Uhr I Alter Saal
Weitere Spieltermine:
Fr, 23., Sa, 24., So, 25. Mai
Do, 5., Fr, 6.,Sa, 7., Do, 12.,Fr, 13.,Sa, 14. , So, 15. Juni jeweils 20:30 Uhr

Zitate & Presse

Pressestimmen zum Stück:

›Auch ohne Kenntnis der Subtexte bleibt Kristina Brons’ ideenreiche Inszenierung solange geschmeidig, komisch und unterhaltsam, wie es das adaptierte „Katastrophendrehbuch“, das filmreif mit einem Abspann schließt, strukturell hergibt. Die physisch präsenten Figuren werden auf ein Quartett dezimiert; weitere reden per gewitzter Videoeinspielung (Lukas Zerbst). Mateng Pollkläsener legt Protagonist Eckhart plausibel (und passagenweise anrührend) als Ritter von der tragikomischen, bisweilen irrwitzigen Gestalt an. Die ihn begutachtenden Frauen – Vivien Bullert als Psychologin, Nicole Erichsen als Polizistin – geben solide Karikaturen der Überwachungs- und Strafgesellschaft ab. Günther Sturmlechner macht besonderen Eindruck in jenen Video-Intermezzi, in denen er des armen Eckharts Vater mimt, der gestreng über des Filius fixe Ideen wie Haustiere, Hauptstädte und BSAG-Tarife räsoniert.‹ Hendrik Werner im Weserkurier

Stückzitate:
ECKHART: Man kann sagen, ich war ein lächerlicher Mensch. Sehen Sie, mit jedem Jahre wuchs und befestigte sich in mir das Bewußtsein meiner Lächerlichkeit in jeder Beziehung.


ECKHART: Das war doch viel später, das ist doch klar, das andere war ja viel früher, weil ja damals auch die Linie 4 noch fuhr, wissen Sie, die alte Linie, die nach Horn ging.

ECKHART: O! Schön! Ich habe auf euch gewartet.
PSYCHOLOGIN: Das ist schön, Eckhart. Es ist schön, wenn einer einen erwartet. Ich freu mich auch.

PSYCHOLOGIN: Im Ernst, Eckhart. Sie brauchen nicht Steckrüben zu sagen, weil die das schon gesagt hat, wenn Sie nicht wirklich Steckrüben meinen. Okay?

ECKHART: Wichtig war ja, dass mir die Augen für das Roland-Center geöffnet wurden. Ich war danach freier, erwachsener. Eine neue Welt hatte sich mir aufgetan und sie war bevölkert von grünem Gras, Steinen, Luft und Wärme. Das wahre Roland- Center.

ECKHART: Ich war zwölf und lief lieber barfuß als alles andere, ich befand mich zu Fuß im tiefsten Einklang mit der Natur, begann meine Sinne zu öffnen für Bewegung, für das freundliche Wirken der Elemente, begann auch, mich für ceylonesischen und madegassischen Tee zu interessieren …

ECKHART: Ich machte toter Mann, das erschien mir passend. Ihr wißt ja, was ich meine: wenn man sich so auf den Rücken legt und nichts macht…

ECKHART: Ich versicherte mir, daß ich mich nicht fürchtete, und erstarb fast vor Entzücken bei dem Gedanken, daß ich mich nicht fürchtete.

ECKHART: Ich habe es bisher verheimlicht, jetzt aber werde ich auch diese Wahrheit zu Ende aussprechen. Die Sache ist die, daß ich... sie alle verdarb!

ECKHART: ...Wie eine abscheuliche Trichine, wie ein Pestatom, das ganze Erdteile verseucht, so verseuchte ich mit meiner Gegenwart diese ganze glückliche, vor meinem Erscheinen sündenlose Huchting...
Kriminalbeamtin: Trichine, das ist gut.
PSYCHOLOGIN: Sündenloses Huchting ist fast noch besser...

KRIMINALBEAMTIN: Seid ihr alle Freunde?
ECKHART: Wir waren Sportsfreunde. Das Gras hier war von so leuchtendem, frischem Grün, die Vögel durchzogen in Scharen die Luft, auch und gerade die Sittiche, die sich mir furchtlos auf die Schultern und Arme setzten und mich freudig mit ihren bebenden Flügelchen schlugen, und schließlich erblickte und erkannte ich auch die Menschen dieser glücklichen Erde.

PSYCHOLOGIN: Das muß doch auch die Zeit gewesen sein, in der du die Vorstrafe bekommen hast.
KRIMINALBEAMTIN: Genau. Wegen Beförderungserschleichung in sechzehn Fällen.
PSYCHOLOGIN: Obwohl du doch so ein großer Fußgänger warst. Barfuß und so.
Eckart: Wollen wir uns nicht die Schuhe ausziehen?

KRIMINALBEAMTIN: Schade, daß sie schon schläft. Was die jetzt alles verpaßt...
ECKHART: Viele schlafen. Und wach zu sein ist nicht immer angenehm. Wußtest du, daß ich früher Gedichte geschrieben hab?
KRIMINALBEAMTIN: Ist mir neu.
ECKHART: O ja. Ich war nicht wach, als es gut war / und nun bin ich wach / Ich war nicht stark, als ich klug war / und nun bin ich nicht schwach.
KRIMINALBEAMTIN: Ah ja.

ECKHART: Halt. Halt. Halt. Brüder! Versündigt euch nicht. Nicht das. Nicht das. Nicht die Kröke, nicht die Kröke.

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(Mo-Fr. 10 - 15 Uhr oder AB)
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