The Gentle Lurch

Konzert am 14. Oktober 21:30 Uhr in der HAVARIE
ab 19 Uhr geöffnet DJ: PINKY ROSE

‚To lurch‘ heißt im Englischen so viel wie schlingern, torkeln oder taumeln. Tatsächlich ist ‚Workingman’s Lurch‘ das nunmehr dritte Album von The Gentle Lurch, ein pessimistisches, das - wie der Titel nahe legt - vom Arbeiten handelt. Zur Arbeit gehen, auf Arbeit sein, Stagnation…Dass es jetzt auf’s Sterben zugeht. Über ihr letztes Doppelalbum aus dem Jahr 2009 sprach Americana-UK von “Dresden‘s Answer to Wilco - a sprawling, experimental epic…”


Die Band, neuerdings mit zwei festen Mitgliedern an Schlagzeug und Bass neben der Kernbesetzung von Cornelia Mothes am Flügel und Frank Heim und Lars Hiller an diversen Saiteninstrumenten, spricht in Zusammenhang mit Workingman’s Lurch von einem „ehrlichen Rockalbum“, was relativ wunderlich erscheint, denn es ist eher das Gegenteil von dem, was man gemeinhin als „Album aus einem Guss“ bezeichnet. Jedes Lied hat einen eigenen Willen, will seine eigene Strategie, sein eigenes Momentum entwickeln. Ludwig Bauer hat zwei erschütternd schöne Streicher-Arrangements beigetragen und an einigen Stellen erweitert sich die Mehrstimmigkeit um einen Chor aus Müttern. Viel mehr Raum nimmt auch Cornelia Mothes ein, die dem sprech-singenden Stoizismus von Lars Hiller ein tröstendes, beinahe erlösendes Element gegenüber stellt, und dabei Pop und eine vormals ungekannte Direktheit in den Bandfokus rückt. Daneben bleibt ein Teil der alten Gentle Lurch: nah am Stillstand, unsicher tastend, alt und irgendwie morsch klingend.


The Gentle Lurch kann man eigentlich nicht als Folkband bezeichnen. Dazu sind ihre Lieder zu unverhofft, zu nah am Experiment. Sie mögen keine Wiederholungen. Ein Nachzählen ergibt gerade drei Refrains auf dem gesamten Album. Die meisten Lieder sind wie Reisen von einem Punkt A zu einem Punkt B angelegt. Andere erheben und nivellieren sich wieder wie eine Welle im Meer. Sie nutzen Elemente aus Folk, Country, Americana weil sie deren emotionale Direktheit mögen und ordnen diese neu.


Und natürlich klingt der Albumtitel auch wie ein weit entferntes Echo auf Workingman’s Dead von Grateful Dead (1970). Ist Workingman’s Dead ein Abgesang an die kulturelle Befreiung der 60er Jahre, dann ist ‚Workingman’s Lurch‘ ein Abgesang an ein unbelangtes und selbstbestimmtes Leben. Es beschreibt kein kulturelles Phänomen, sondern ein biographisches: Das sich Eingliedern in die Maschine Arbeitswelt - das Ächzen des Materials, die Verstockung, das Schleifen und Knarren, das Abstoßen nicht funktionaler Teile.



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Links & Presse

soundcloud.com/gentlelurch

www.kfrecords.de

www.facebook.com/thegentlelurch

„Wenn dann alle im Gospelchor in das liebliche Duett von Cornelia Mothes und Lars Hiller einsteigen, wachsen Sätze wie ‚let our failure be our pillow‘ zu kräftigen Lebensweisheiten heran, die man auch als Großmutter noch zitieren möchte.“ (INTRO über ‘The Beat Of The Heart…’)
 
„… in dieser kleinen und feinen Wüstenfolkgenrebereicherung ist einfach nichts Angestrengtes oder stilistisch Fragwürdiges auszumachen. Verbeulte Songs mit verstolperten Melodien und nach morschem Holzverhau klingendem Männergesang, der auch mal in ein zeitmaßverhaspelndes Duett mit einer Countryfrauenstimme trudeln darf, werden unbekümmert verlangsamt und in die Länge gezogen, denn man muss ja nicht unbedingt mit einem neuen Song anfangen, nur weil einem danach ist, eine andere Richtung einzuschlagen.“ (SPEX über ‚From Around A Fire‘)

Theater + Konzerte in der HAVARIE

Rauminstallation/ Kneipe/ Bühne vom 09. bis 19. Oktober 2014 in der Schwankhalle mit täglichem Programm:

08.Oktober | 20 Uhr RAUSCH Theater nach August Strindberg und Falk Richter
09.Oktober | 20 Uhr RAUSCH Theater nach August Strindberg und Falk Richter  | 21:30 Uhr JAKOB JAKOB Konzert
10. Oktober | 20 Uhr RAUSCH Theater nach August Strindberg und Falk Richter | 21:30 Uhr DIGGER BARNES Konzert
11. Oktober | 21:30 Uhr FELIX KUBIN Konzert
12. Oktober | 19:00 Uhr STATION 17 ‹Alles für alle Tour› Konzert                      
13. Oktober | 21:30 Uhr  GUT Konzert

14. Oktober | 21:30 Uhr THE GENTLE LURCH Konzert
15. Oktober | 20:00 Uhr MONARCH Theater | 21:30 Uhr DIE SONNE Konzert
16. Oktober | 20:00 Uhr MONARCH Theater | 21:30 Uhr TONIA REEH + RUDI FISCHERLEHNER Konzert
17. Oktober | 20:00 Uhr MONARCH Theater | 21:30 Uhr SPAGHETTI WINGS Konzert
18. Oktober | 19:00 Uhr RIKE SCHEFFLER Konzert | 21:30 Uhr SØS GUNVER RYBERG Konzert
19. Oktober | 19:00 Uhr ›DIE BLUMEN DES BÖSEN‹ CHRISTIAN REDL & VLATKO KUCAN Konzert Performance

Die Rauminstallation HAVARIE von Anja Fußbach und Tobias Lange ersetzt die vermeintlich lineare Bewegung durch Zeit und Raum durch ein assoziatives Verbinden und spielerisches Komponieren beweglicher Objekte. Der Besucher betritt ein Heterotop (aus gr. hetero / anders, topos / Ort). Kirchen, Galerien, Gefängnisse, Kneipen und Festsäle - all diese Orte sind befrachtet mit Utopien. Das Heterotop der ideellen Kneipe ist aufgeladen mit (Alb-)Träumen, Sehnsüchten und Ängsten; mit Leidenschaften und Erinnerungen. Nicht scharf umrissen, sondern skizzenhaft, verschwommen. Durchlässig für neue Bedeutungen, indem es festgelegte Strukturen auflöst und zu Variablen macht.
Die „Havarie“ ist nicht mehr und nicht weniger als die Abstraktion eines bekannten Raumes: eine auf ihre Grundausstattung reduzierte Kneipe. Wände, Möbel, Tresen, Musikbox, Getränke - alles auf Rollen. Alles folgt der eigenen Entscheidung, setzt sich zu den Besuchern in Beziehung und wird von ihnen in Beziehung gesetzt.

Die HAVARIE war erstmalig zu sehen im Alten Saal der Schwankhalle vom September bis Dezember 2013 und war Kontext für Gastspiele, Lesungen, kleine Formate, Reihen und Theaterproduktionen.

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Tel. 0421 520 80 70
(Mo-Fr. 10 - 15 Uhr oder AB)
Reservierung für Rollstuhlfahrerplätze empfohlen